GebärdensprachlehrerInnenkonferenz in Paris

Am 16. und 17. Oktober 2015 fand in der schönen Hauptstadt von Frankreich die zweite LESICO Konferenz für europäische und nichteuropäische GebärdensprachlehrerInnen statt. Die erste Konferenz wurde 2013 in Prag ausgerichtet. Insgesamt waren 252 Teilnehmer aus 22 verschiedene Ländern anwesend:  Amerika, Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Estland, Großbritannien, Holland, Italien, Korea,  Lettland, Litauen, Malta,  Norwegen, Polen, Slowakei, Spanien, Schweiz, Russland und Österreich. Aus Österreich waren 6 Teilnehmerinnen dabei.


Am Freitag, den 16. Oktober  trafen alle TeilnehmerInnen gespannt in der Nähe des Pariser Zentrums im 9. Bezirk der französischen Hauptstadt ein. Nach einer kurzen Eröffnung um 9 Uhr, stellten der Präsident von Visuell-LSF-France Rachid Mimoun (Frankreich) und die Präsidentin von ENSLT (European Network of Sign Language Teachers) Joni Oyserman (Holland) sich und ihre Institutionen vor und erzählten  auch wie sie zusammengearbeitet und die Konferenz organisiert hatten. Danach referierten viele verschiedene GebärdensprachlehrerInnen aus verschiedenen Ländern für jeweils circa 20-30 Minuten über ihr aktuelles Projekte, die Entwicklungungen oder Schwierigkeiten bzw. Hürden in ihren Ländern.


Markku Jokinen, der Präsident der EUD (European Union oft he Deaf) erwähnte stolz, dass es die EUD schon seit 30 Jahren gibt und er berichtete welche Projekte geplant sind und welche Ziele sie noch in der Zukunft erreichen möchten. Das wichtigste ist seiner Meinung nach eine höhere Qualität für das Leben der Gehörloser zu erreichen. Sei es im Alltag, im Beruf oder in der Familie. Es gibt bisher noch 4 Länder deren Gebärdensprachen noch nicht anerkannt wurden – Bulgarien, Italien, Luxemburg und Malta. Die EUD bemüht sich und arbeitet mit diesen Ländern zusammen um endlich die Anerkennung durchzubringen.


Mit dem Thema höhere Qualität der Gebärdensprache beschäftigte sich Herr Rathmann aus Deutschland. Sein und des ENSLT Wunsch wäre es, dass alle GebärdensprachlehrerInnen zusammenarbeiten, sich austauschen und somit ein höheres Niveau des Unterrichts zu erreichen. Er rief alle GebärdensprachlehrerInnen auf, sich dem Verband ENSLT und den Verbänden in den eigenen Ländern anzuschließen um ein besseres Netzwerk zu ermöglichen. Es wurde auch über viele Themen diskutiert, wie z. B.: über die tatsächlich benötigten Voraussetzungen eines/r GebärdensprachlehrerIn, wie ob es ausreicht ein Diplom als GebärdensprachlehrerIn vorweisen zu können oder ob es besser wäre wenn die LehrerIn gebärdesprachlich muttersprachlich ist. Die meisten waren der Meinung, dass ein Diplom nicht ausreicht und es sollten mehr Workshops und Weiterbildungen angeboten werden, weil überall ein Mangel an GebärdensprachlehrerInnen herrscht. Der Verband ENSLT möchte sich dieses Problems annehmen und bietet demnächst Workshops an, um die Qualität und das Niveau (sehr unterschiedlich, abhängig von der Ausbildung) zu verbessern. Alle ReferentInnen sind der Meinung, dass man sich im Moment auf die richtige Förderung der Kinder konzentrieren solle, um sich die Zukunft der Gehörlosenwelt zu wahren. Denn jetzt gibt es sozusagen einen „Dominoeffekt“ wie Clark Denmark aus England in seinem Vortrag erklärt, dass es viel weniger gehörlose Kinder gibt als vor circa 30 Jahren und langsam schaut es nicht mehr so gut aus für unsere Zukunft und die unserer Kinder, wenn wir nicht bald was dagegen tun.


Es gab auch Kaffee- und Mittagspausen, wo die TeilnehmerInnen alle Kaffee, Gebäck und Jause erhielten. 


Der Konferenz endete an diesem Tag um 18 Uhr.


Am Freitagabend fand ein Galadinner statt, an welchem alle TeilnehmerInnen und ReferentInnenen teilnahmen. Es wurde viel ausgetauscht, schön gegessen und mit einer Show von Simon Attia unterhalten.


Am Samstagmorgen gingen dann die Vorträge ab 9 Uhr weiter.


Es wurden am Vormittag Projekte vorgestellt wie die LehrerInnen und die KursteilnehmerInnen anhand  von Programmen und Webseiten leichter Videos für Unterrichtsmaterial oder ein Portal für KursteilnehmerInnen zum Videohochladen erstellen können. Somit die LehrerIn dann auch parallel zum Video Feedback geben können. Auch wo Unterrichtsmaterialen an GERS angepasst wurde und wie LehrerInnen Zugriff darauf haben wurde präsentiert. Nach ein paar Vorträgen fand immer eine Diskussionsrunde statt wo alle Fragen an die ReferentInnen stellen konnten. Die Meinungen wie der Unterricht aufgebaut sein soll waren sehr unterschiedlich, aber alle wollten der GERS anpasste Wege gehen. 


Am Ende  des Konferenztages bedankten sich Präsident Rachid Mimoun und Präsidentin Joni Oyserman, dass so zahlreich TeilnehmerInnen gekommen waren, vor allem aus den nicht-europäischen Ländern und freuten sich, dass die Konferenz gut verlaufen war. Danach wurde abgestimmt ob die 4 ENSLT-MitarbeiterInnen in ihren Positionen verbleiben sollen und die Wahl ging fast einstimmig dafür aus, dass sie alle darin verbleiben. Geucht wird aber noch nach einem zusätzlichen Mitglied und einem neuen Gebärdennamen.

 

Zum Abschluss kam es noch zur Vorstellung der Bewerber die die nächste LESICO Konferenz ausrichten möchten. Da die Schweiz als einziges Land antritt, gewinnt sie auch die Abstimmung. Die  nächste LESICO Konferenz wird 2017 in Basel, Schweiz stattfinden.


Um 18 Uhr war die spannende und interessante Konferenz zu Ende.


Bericht und Foto: Sarah Zach

Seminar vom 21./23.03.2015: Die grammatikalische Struktur der ÖGS

Workshop vom 8/9.11.2014: Die kommunkativ-funtionale Lehrmethode

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Bericht ÖGSLV Nov 2014.pdf
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Protokoll vom 26.04.2014 Generalversammlung LINZ

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Protokoll 26042014.pdf
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Zweite Arbeitstagung zum GER-DGS in Hamburg

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der zweiten Arbeitstagung in Hamburg: Stehend von links: Sigrid Jacobs (Hamburg), Simon Kollien (Hamburg), Stefan Goldschmidt (Hamburg), Horst Sieprath (Aachen, Nordrhein-Westfalen), Reiner Griebel (Köln, Nordrhein-Westfalen), Falko Neuhäusel (Magdeburg, Sachsen-Anhalt), Alexander von Meyenn (Hamburg), Prof. Dr. Christian Rathmann (Hamburg), Pia Steinbach (Zwickau, Sachsen), Jürgen Brunner (Wien, Österreich). Kniend von links: Thomas Geißler (Berlin), Paul Steixner (Innsbruck, Österreich).


Die europäische&internationale GebärdensprachlehrerInnen-Konferenz in Prag

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Workshop "Konfliktmanagement" und Generalversammlung des ÖGSLV in Wien

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WorkshopKonfliktmanagement Generalversam
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Workshop Interkulturaliaet April2013.pdf
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Ein sehr faszinierender ÖGSLV-Workshop von Prof. Patty Hermann-Shores


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Workshop Klassifikatoren Inkorporation M
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ÖGSLV-Workshop „Gebärdensprache in der Grammatik“